Kostendruck verringert Lebensdauer elektronischer Geräte


28. November 2019 13:50

Der Kostendruck ist schuld daran, dass elektronische Geräte häufig nur kurze Zeit intakt sind. Bösartig geplante Obsoleszenz steckt selten dahinter. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Zentrums für Elektronik & Zuverlässigkeit an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Laut einer Medienmitteilung wird der Kostendruck in der Produktion in oftmals langen und komplexen Lieferketten weitergereicht. Wenn darüber hinaus an der Klimaanlage eines Fahrzeugs mehr als 100 verschiedene Zulieferer beteiligt seien, mache dies die Suche nach eventuellen Fehlern aufwändig und kompliziert. Deshalb würden solche Geräte oftmals eher ersetzt als repariert. 

Derartige Fälle werden im Zentrum für Elektronik & Zuverlässigkeit „mit detektivischer Akribie“ untersucht. Manchmal identifiziert das Team um Empa-Forscher Peter Jacob Konstruktionsfehler als Ursache. In anderen Fällen muss es dem komplexen Zusammenspiel vieler Ursachen auf die Spur kommen.

Dennoch gab es auch Fälle des geplanten Alterns, etwa bei der Glühbirne oder bei Smartphones. 2018 wurden etwa Apple und Samsung mit Millionenbussen belegt, weil die Updates ihrer Betriebssysteme die Geräte so langsam werden liessen, dass Nutzer sich gezwungen sahen, sie zu ersetzen.

Doch zeigt sich laut dieser Medienmitteilung immer öfter, dass Software die Lebensdauer technischer Produkte verkürzt statt sie zu verlängern. Schuld sei der Mechanismus von Software-Updates, der immer neue Anforderungen an die Hardware stelle. Dies gelte besonders beim Internet der Dinge (IOT), in dem potenziell alle Alltagsgegenstände miteinander vernetzt werden. Im IOT würden tadellos funktionierende Alltagsgegenstände davon abhängig, ob etwa deren Schaltkreise noch mit den neuesten Software-Updates kompatibel sind. mm

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