Klimawandel kann sechstes Massensterben auslösen


09. Juli 2019 14:01

Seit der Entstehung von Leben auf der Welt ist es bereits fünfmal zu einem Massensterben gekommen, zur Ausrottung fast aller Arten. Der derzeitige menschengemachte Klimawandel könnte bereits am Ende dieses Jahrhunderts ein sechstes Massensterben auslösen. Das zeigt eine neue Studie des Geophysikers Daniel Rothman, Co-Direktor des Lorenz Center am Department of Earth, Atmospheric and Planetary Sciences des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Rothman analysierte dafür anhand der Sedimente den Wechsel des CO2-Gehalts der Ozeane in den vergangenen 540 Millionen Jahren. Dabei stellte er laut einer Mitteilung des MIT fest, dass es unmittelbar vor vier der bisher fünf Massensterben auf der Welt zu einem abrupten Anstieg des CO2-Gehalts gekommen war. Die Auslöser dieser abrupten Anstiege scheinen jeweils unterschiedlich gewesen zu sein. Aber einmal ausgelöst, schien der Anstieg des CO2-Gehalts eine selbstverstärkende Wirkung zu haben. 

Rothman illustriert dies an der Rolle von Muscheln. Diese hätten einen Ballasteffekt: Sie bänden CO2 und würden dann aufgrund ihres eigenen Gewichts auf den Meeresboden absinken. Wenn aber das Meer zu sauer wird, dann bildeten Muscheln weniger Schale und bänden damit weniger CO2. Damit würde das Meer noch saurer. „Mehr CO2 im Wasser führt damit zu noch mehr CO2“, wird Rothman zitiert. Er geht davon aus, dass die Meere bereits nahe an dem Punkt sind, an dem die selbstverstärkende Wirkung ausgelöst wird. 

Die Forschungen Rothmans wurden von der amerikanischen Weltraumbehörde NASA und der National Science Foundation unterstützt. stk

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