Echter Kreislauf beginnt bei Gestaltung des Produkts


11. Juni 2019 14:33

Zürich – Wenn die Wirtschaft im Kreislauf produziert, ist Wachstum nicht mehr gleichzusetzen mit dem Raubbau an der Natur, sagt Albin Kälin in einem Interview. Der Weg zu diesem Ideal sei aber weit, so der Schweizer Pionier des Konzepts Cradle to Cradle.

Kreislaufwirtschaft ist aus der Sicht von Albin Kälin mehr als Wiederverwertung. „Produkte sollen entweder in geschlossenen industriellen Kreisläufen über viele Lebenszyklen immer wieder genutzt werden können oder alternativ biologisch rückstandslos abgebaut werden“, sagt der Schweizer Pionier des Konzepts Cradle to Cradle und Geschäftsführer von EPEA Switzerland in einem Interview mit der „NZZ am Sonntag“. 

Echte Kreislaufwirtschaft beginne daher beim Produktdesign. „Die Produkte müssen zukunftsfähig sein.“ Kunststoffe und Chemikalien dürften keinen Schaden mehr anrichten. Dabei seien biobasierte Produkte nicht notwendig auch kreislauffähig. Zudem könnten die nachwachsenden Rohstoffe in Flächenkonkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln treten.

Unternehmen in der Kreislaufwirtschaft dagegen würden ihre eigenen Produkte, wenn sie das Ende ihrer Gebrauchsfähigkeit erreicht hätten, als Rohstoffe für die nächsten Produkte verwenden. „Wenn Güter nicht immer aus neuen Rohstoffen erstellt werden und als Müll die Umwelt belasten, ist Wachstum nicht mehr gleichbedeutend mit Raubbau an der Natur“, so Kälin. Dafür müssten viele Faktoren stimmen. „Doch wenn wir das schaffen, besteht ein gewaltiges wirtschaftliches Potenzial.“ stk

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