Deutschland will beim Wasserstoff an die Spitze

Berlin – Die deutsche Regierung hat eine nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet. Sie sieht im Wasserstoff einen Schlüsselrohstoff für die Energiewende. Das Land strebt in der Wasserstoffwirtschaft eine globale Führungsrolle an. 

Deutschland soll bei den Wasserstofftechnologien die globale Führungsrolle übernehme. Die Bundesregierung hat dazu am Mittwoch eine nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet. Damit will sie auch die Dekarbonisierung der Industrie und des Verkehrs vorantreiben. „Mit der Wasserstoffstrategie stellen wir die Weichen dafür, dass Deutschland bei Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt wird“, wird Wirtschaftsminister Peter Altmaier in einer Mitteilung seines Ministeriums zitiert. „Die Zeit für Wasserstoff und die dafür nötigen Technologien ist reif. Wir müssen daher jetzt die Potenziale für Wertschöpfung, Beschäftigung und den Klimaschutz erschliessen und nutzen.“ 

Die Strategie der Regierung sieht eine Reihe von Massnahmen sowohl bei der Produktion von Wasserstoff als auch bei dessen Verwendung im Verkehr und in der Industrie vor. So sollte die Erzeugung von Wasserstoff erleichtert werden, indem der dazu nötige Strom von der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien ausgenommen wird. Gleichzeitig solle sauberer Wasserstoff wettbewerbsfähiger gemacht werden, indem der Ausstoss von CO2 stärker bepreist wird. Zudem sollten gewisse Windanlagen auf dem offenen Meer für die Herstellung von Wasserstoff reserviert werden. Die Investitionen in Elektrolyse-Anlagen sollen staatlich subventioniert werden.

Die Nutzung von Wasserstoff sollte namentlich im Schwerverkehr und im Flugverkehr vorangetrieben werden. So erscheine eine Beimischungsquote von strombasierten Treibstoffen, die mit sauberem Wasserstoff hergestellt werden, „grundsätzlich sinnvoll“. 

Energieintensive Branchen wie die Industrie, die Stahlbranche, die Logistik und die Luftfahrt sollten bei der Dekarbonisierung unterstützt werden. Dazu könnten auch Subventionen für Direktinvestitionen gehören. Auch der Aufbau einer landesweiten Infrastruktur für die Wasserstoffwirtschaft soll vorangetrieben werden, einschliesslich eines Netzes von Tankstellen für Wasserstoff. 

Deutschland will sich auch auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass die Wasserstoffwirtschaft Teil des „Europäischen Green Deal“ wird, den die EU-Kommission verabschiedet hat. „Mit einem gemeinsamen Markthochlauf von Wasserstofftechnologien erschliessen wir Skaleneffekte und schaffen die Grundlage für einen erfolgreichen Wasserstoff-Binnenmarkt“, heisst es in der Strategie.

Wasserstoff ist aus der Sicht der deutschen Regierung ein Schlüsselrohstoff der Energiewende. „Grüner Wasserstoff bietet uns die Chance, Klimaschutz in den Bereichen voranzubringen, wo wir bisher noch keine Lösungen hatten, zum Beispiel in der Stahlindustrie oder im Flugverkehr“, wird Umweltministerin Svenja Schulze in der Mitteilung zitiert. Dazu müsse aber auch die Windenergie ausgebaut werden. „Denn gut fürs Klima ist auf Dauer nur Wasserstoff aus 100 Prozent erneuerbaren Energien.“ stk

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